Empathiefähigkeit: 7 Tipps & 7 Fragen

Empathie gehört zu den Social Skills. Sie hilft dir, dich im sozialen Leben zurechtzufinden. Ohne Empathie gäbe es keine Verständigung. Ohne Empathie könntest du dich weder richtig verorten, noch an Gesprächen teilnehmen. Empathie ist ein vielschichtiger Prozess, bei dem eigene Anteile und Erfahrungswerte mit dem momentanen Erscheinungsbild und den Äußerungen des Gegenübers abgeglichen werden.

Empathiefähigkeit gehört zur emotionalen Kompetenz. Diese spielt im privaten Leben, in zwischenmenschlichen Beziehungen und im beruflichen Kontext eine große Rolle und kann entscheidend zum persönlichen Erfolg und zu einem glücklichen Leben beitragen. Empathie ist in bestimmtem Maße gegeben und kann trainiert sowie optimiert werden.

Empathiefähigkeit
Empathiefähigkeit: die wichtigsten Fragen & 7 Tipps für dich!

Empathiefähigkeit: Wenn ich fühle, was du fühlst!

Als Empathie wird die Fähigkeit bezeichnet, sich in andere hineinzufühlen und zu spüren, wie es ihnen geht. Die Empfindung des anderen Menschen wird emotional und kognitiv erfasst. Empathisches Verhalten kann spontan auftreten oder bewusst als kognitive und soziale Empathie Erkenntnisse und Daten über das Gegenüber einsetzen, um zu erfassen, was der andere fühlt und denkt. Dadurch ist es möglich adäquat zu reagieren und den anderen entsprechend zu spiegeln oder zu lenken.

Empathiefähigkeit wird sukzessive erworben. Treten Defizite bedingt durch die eigene Konstitution auf, können diese therapeutisch bearbeitet werden.

Die wichtigsten Fragen zur Empathiefähigkeit

Empathie gilt als wichtige Sozialkompetenz, die in allen Bereichen von der Pädagogik über die Medizin bis zur Wirtschaft und im Kundendienst sowie im privaten Leben gefragt ist. Viele halten sich für empathisch. Wie erfährst du, ob und in welchem Maße du über Empathie verfügst? Vier einfache Fragen zu 1. persönlicher Betroffenheit, 2. Perspektivenübernahme, 3. Fantasie und 4. Mitgefühl helfen dir:

  1. Wie reagierst du, wenn anderen etwas passiert?
  2. Wie gut kannst du die Wünsche und Gedanken anderer nachvollziehen?
  3. Wie intensiv erlebst du fiktive Räume und Figuren in Büchern oder Filmen?
  4. Wie stark empfindest du die Emotionen anderer?
  5. Was zeichnet Empathie aus?

Empathie zeichnet sich durch emotionale Offenheit, Bereitschaft und die Fähigkeit, sich in den anderen hineinzudenken und seine Emotionen nachzuempfinden, aus. Die mögliche Sicht des Gegenübers wird eingenommen, sodass Gedanken und Motive erfasst werden können, um nach Möglichkeit Situation und Anliegen besser zu verstehen und gezielt zu helfen.

Warum ist Empathie so wichtig?

Soziales Miteinander ist von Kommunikation abhängig. Empathiefähigkeit ist eine wichtige Komponente beim Verstehen innerhalb von Kommunikationsprozessen, beim Einschätzen von Menschen und Situationen sowie beim Finden von Lösungen oder beim gezielten Unterstützen eines Menschen. Die Bereitschaft zu empathischem Verhalten ist eine Voraussetzung für gelungene soziale Interaktionen.

Ist Empathiefähigkeit angeboren oder wird sie erworben?

Bei Babys und Kleinkindern ist die scheinbare Empathie eher affektiver Natur. Es findet eine Übertragung statt, die als Gefühlsansteckung bezeichnet wird. Beginnt ein Baby zu weinen, nehmen andere das Weinen auf. Empathie entsteht im sozialen Lernen und erweitert sich mit dem eigenen Erfahrungshorizont.

Können Kinder Empathie lernen?

Die Fähigkeit zur Empathie entwickelt sich schrittweise, beginnend mit Gefühlsübernahme und motorischer Nachahmung im Kleinkindalter, die durch die Erziehung zum Mitgefühl kognitiv und emotional verstärkt werden, bis sie nach Reifung der Spiegelneuronen und mit zunehmender Ich-Stärke im bewussten Erlernen von Werten und Normen im sozialen Umgang gipfeln.

In welchem Alter entwickelt sich Empathie?

Etwa ab dem 4. Lebensjahr können Kinder erkennen, dass andere Menschen andere Gedanken und Emotionen haben als sie selbst. Davor ist es neurologisch nicht möglich. Erst jetzt bilden sich die notwendigen neuronalen Verbindungen. Ihre scheinbare Einfühlung im Kleinkindalter basiert auf Nachahmung und Übertragung.

Was ist der Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl?

Empathie und Mitgefühl sind neurologisch unterschiedlich basiert. Empathie geht mit einer starken Identifikation einher und kann zu empathischem Stress und Burn-out führen. Mitgefühl wird mit fürsorgenden, positiven Emotionen und einem helfenden, lösungsorientierten Verhalten verbunden. Empathie aktiviert die Schmerzmatrix, Mitgefühl verortet sich in neurologischen Bereichen, die Gefühle von Belohnung und positiver Verstärkung erzeugen.

Wie nennt man Menschen ohne Empathie?

Störungen im Empathieverhalten treten bei Sozio- und Psychopathen auf. Sie sind neurologisch durch eine Unterfunktion des Vorderhirns und einen Ausfall der Amygdala gekennzeichnet. Während Soziopathen unfähig sind, soziale Regeln und authentische Empathie zu empfinden, erfassen Psychopathen analytisch die psychische Situation ihres Gegenübers, nutzen sie zur Manipulation und agieren emotionslos zu ihrem eigenen Vorteil, ohne Schuld zu empfinden.

Empathie lernen & steigern: 7 Tipps, wie du Mitgefühl entwickelst!

Empathie hilft dir im privaten und beruflichen Bereich. Mentales Training verbessert dein eigenes Wohlbefinden und deine Social Skills, du kannst andere besser verstehen und fühlst dich zufriedener: Die Wahrnehmung und das Verstehen von Emotionen und Intentionen helfen dir bei deiner eigenen Orientierung, Verortung und Selbstdarstellung.

1. Hinterfrage das Verhalten deiner Mitmenschen

Aktives Interesse am anderen Menschen ist die Voraussetzung für erfolgreiches Empathieverhalten. Um die Gründe für das Handeln, die Haltung und die Stimmung anderer zu erfahren, kannst du direkt ohne Vorwurf, Aggression oder Übergriffigkeit nachfragen:

  • Warum handelst du so?
  • Was willst du erreichen?
  • Wie fühlst du dich?

Du bringst damit Intention, emotionale Verfasstheit und das Ziel deines Gegenübers in Erfahrung und kannst seine Beweggründe nachempfinden und dich entsprechend verhalten.

2. Achte auf dein Umfeld und lerne Empathiefähigkeiten von anderen

Soziales Lernen gelingt durch Beobachtung, Nachahmung und Anpassung. Deine Empathiefähigkeit wächst, wenn du deine Mitmenschen beobachtest. Körpersprache, verbale Interaktionen, nonverbale Kommunikation geben Auskunft über ihre emotionale Verfasstheit und ihre Absichten. Versuche, ihr Verhalten vorausschauend zu interpretieren. Automatisch fühlst du dich in deine Mitmenschen ein.
Fällt es dir schwer, suche dir Menschen, denen es gut gelingt, sich in andere einzufühlen, und mache sie zu deinem Coach.

3. Verstehe den Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl

Mitleid ist eine Form direkter Übertragung, die dich belastet, dein Einfühlungsvermögen blockiert und dich hindert, Lösungen zu finden. Mitgefühl wird durch Fürsorge bestimmt, die den anderen in seiner Situation erfasst und es gleichzeitig ermöglicht, ihm zu helfen.

4. Fremdgefühle von eigenen unterscheiden

Beim Versuch, die Gefühle anderer zu empfinden, bist du selbst emotional beteiligt. Problematisch werden Übertragungen, bei denen du nicht mehr zwischen eigenen und fremden Emotionen unterscheidest. Wenn du Gefühle spiegelst, solltest du diesen Vorgang rational für dich abklären, um Übertragungen und falsche Identifikationen zu vermeiden, die dich selbst belasten und deine Handlungsfähigkeit einschränken.

5. Distanz bewahren!

Der nötige Abstand ist immer einzuhalten. Es gibt graduelle Abstufungen in der Reaktion auf empathische Erkenntnisse. Im Management ist Empathie eine Voraussetzung für vorausschauendes Handeln bei Verhandlungen. Ihre Grenzen hat sie in der Privatsphäre des Gegenübers. Die Konzeption der Lösung erfolgt auf anderer Ebene. Das schließt das Erfassen von Emotionen nicht aus. In der Familie und unter Freunden wird ein empathisches Verhalten je nach Situation mit anderen Erwartungen verbunden: Ratschläge und Lösungsvarianten sind in der Regel willkommen. Dennoch sind Distanz und Respekt vor dem Gegenüber ausschlaggebend für das eigene Verhalten.

6. Übe Nachsicht

Schnell urteilt man über das Verhalten anderer. Man meint, die Situation seines Gegenübers zu überschauen, hat die Lösung gleich parat und ist enttäuscht, wenn der andere dem Vorschlag nicht folgt. Adäquates Verhalten ergibt sich aus Empathie, Wahrung der angemessenen Distanz und Überprüfung der eigenen Emotionslage.

Das Verhalten anderer hat Gründe, die du womöglich nicht kennst und einschätzen kannst. Du kannst versuchen, diese Gründe in Erfahrung zu bringen und deine Sicht entsprechend zu korrigieren.

7. Achte auf deinen Energiehaushalt

Empathisches Agieren erfordert Energie, Konzentration und Selbstreflexion. Wer sich zu sehr auf andere und deren Bedürfnisse einlässt, kann sich selbst aus den Augen verlieren und überfordern. Die Balance zwischen Mitgefühl und Abgrenzung ist nicht leicht zu halten, die Abgrenzung zum Mitleid muss überprüft und korrigiert werden. Sonst gefährdest du deine eigene Stabilität und nimmst dir den Raum zum selbstbestimmten Handeln.

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